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Berliner Brettspiel Con 2018 (Tag 2/2)

Spring MeadowAm Sonntag war dann alles etwas entspannter. Es wurde nicht ganz so voll und vor dem Einlass statt in einer Schlange zu stehen, habe ich mich zu einer Partie Reef gesetzt.

Reef ist die zweite Neuerscheinung nach Azul unter dem Label Next Move. Ein abstraktes Spiel mit einfachen Regeln und doch taktische Tiefe. Nach Azul waren wohl die Erwartungen an das Spiel vielleicht ein wenig zu hoch, doch mir hat es denn noch gefallen und ich glaube es steckt auch mehr drin als auf dem ersten Blick ersichtlich ist. Alle Spieler spielen ein Korallenriff, dass sie möglichst punkteträchtig versuchen wachsen zu lassen. Während deines Zugs hast du zwei Möglichkeiten, eine Karte ziehen oder eine Karte spiele. Für das Ziehen von Karten liegen drei Karten offen in einer Auslage und eine Karte offen auf dem Nachschubstapel. Die Karten von der Auslage sind kostenlos, wenn du die Karte vom Stapel willst musst du einen Siegpunkt auf die Karte mit den wenigsten Siegpunkten legen. Die Karten haben immer zwei Aktionen einmal neue Korallen zum anpflanzen und dann eine Wertung. Für die Wertung ist immer ein Muster abgebildet was beliebig oft erfüllt werden kann doch jede Koralle darf nur einmal gewertet werden. Pro erfüllte Wertung gibt es die Siegpunkte, die auf der Karte stehen. So können einige gute Kombos aufgebaut werden, wenn du passende Karten findest. Das Spiel ist beendet wenn es von einer Korallensorte keine Steine mehr gibt oder es keine Karten mehr zum Nachziehen gibt. Danach darf jeder noch seine Karten Spielen. Da können noch einige Punkte zusammen kommen, somit sollte bedacht sein wann und ob du das Ende einleitest.

Danach waren auch die Tore der Convation geöffnet und wir konnten rein. Ich schaute mich noch mal ein wenig um, aber machte mich erst mal auf den Weg Richtung Azul Turnier. Beim Azul Turnier kamen sieben Tische mit je vier Leuten zu stande. Gespielt wurde im KO-System und nur die jeweiligen Gewinner kamen weiter. Da es sieben Tische waren wurde aus den zweit Platzierten noch einer ausgelost und durfte dann auch noch weiter spielen. In der ersten Runde wurde sich nichts geschenkt, nur eine baute fröhlich vor sich hin. Sie bildete eine gelbe Diagonale und eine passende Senkrechte zu Beginn und machte damit unglaubliche Punkte. Am Ende hatte sie zwei Senkrechte und eine Farbe komplett. Mir hingegen wurde alles weggeschnappt und hatte somit Schwierigkeiten was aufzubauen. So hatte mir dann ein Stein für den zweiten Platz gefehlt und ich war draußen. Nach einem Spiel die Besten zu ermitteln zeigt für mich weniger was von Können, als schnell mal ein Turnier durch ziehen damit es gemacht ist.

Nach meinem Misserfolg ging ich dann wieder in den Ausstellerbereich und hatte nun Zeit um die Neuheit Spring Meadow von der Edition Spielwiese auszuprobieren. In der Etage angekommen hatte sich auch gerade ein Tisch mit drei Spielern gebildet bei dem ich mich anschließen konnte. Spring Meadow ist das dritte und wohl letzte Puzzlespiel in der Rosenbergreihe bei der Edition Spielwiese. Thematisch ist gerade der Winter vorbei und der Schnee fängt an zu schmelzen. Es gibt eine Auslage mit Puzzleteilen wie bei Cottag Garden und Spielertableaus wie bei Indian Summer. Bei den Puzzleteilen gibt es welche mit Loch und welche ohne Loch. Die Löcher sind hier recht Trickreich. Wenn du eine Gruppe von Löchern bildest bekommst du Extrateile in der Größe eins weniger als die Gruppe groß ist. Zu dem gibt es auf dem Tableau Murmeltierhöhlen, die im Grunde nicht über baut werden müssen, aber wenn sie mit einem Loch über baut werde geben sie in der Wertung einen extra Punkt. Du kannst auch eine Murmeltierhöhle ohne Loch über bauen, doch dann musst du ein Murmeltier auf ein freies Loch auf einer Murmeltierhöhle legen und bekommst dafür dann keine Extrapunkte mehr. Eine Wertung wird ausgelöst wenn ein Spieler in seiner Reihe der Auslage nur noch ein Teil oder weniger hat. Der bekommt dann noch ein Picknickkorb der zwei Punkte extra gibt und es wird gewertet. Gewertet werden alle vollständigen Reihen von unten plus die erste angebrochene. Es gibt für jedes bedeckte Feld einen Punkt plus die Murmeltierhöhlen mit den Lochteilen ohne Murmeltieren. Wer zwei Wertungen gewinnt hat das spiel gewonnen. Es war immer sehr knapp. Vor allem am Schluss hat einer ein Teil so gelegt, damit er noch ein vierer Bonusteil bekommt um zwei Reihen zu vervollständigen. Doch dabei musste er eine Murmeltierhöhle über bauen und bekam dann weniger punkte. Hätte er das eigentlich Teil an der Stelle gelegt wo er das Bonusteil platzierte, hätte er zwar kein Bonusteil bekommen dafür mehr Punkte und den Sieg. Somit durfte ich mich über meinen Erfolg freuen.

Im Anschluss habe ich noch ein paar Bekannte beim Cranio Verlag getroffen, die einen Prototypen nach dem anderen ausprobierten. Sie waren gerade fertig mit einem und wollten sich zu dem nächsten aufmachen. Walls of York hieß er und ist ein einfaches Familienspiel bei dem du Mauern einer Stadt errichten musst. Ein Würfelturm gibt an was in der Stadt enthalten sein muss. Jeder Spieler hat ein variables Tableau, aber die sind in jedem Spiel bei allen gleich ausgerichtet. Auf den Tableaus gibt es die entsprechenden Gebäude aber auch Geld und Wikinger. Geld gibt Pluspunkte und Wikinger geben Minuspunkte. Dann gibt ein Würfel an wie die Mauerteile gebaut werden dürfen. Wer eine Stadt fertig hat bekommt dann Geld pro Zug bist die anderen fertig werden. Das ganze wird zwei Runden gespielt und wer die meisten Punkte hat gewinnt. Für Begeisterung hatte das Spiel nicht gesorgt, aber ist vielleicht ganz nett mit Kindern oder mal als Absacker.

Dann musste ich mich wieder einmal auf die Suche nach neuen Spielern machen und ging in die oberste Etage. Da wollten welche Bunny Kingdom an einem neuen Spieletisch spielen und ich konnte nicht nein sagen. Hier errichtete einer gleich zu Beginn ein riesiges Lehnsgut und machte damit unglaubliche Punkte. Ich war während des Spiels immer ganz schönes Schlusslicht. Doch ich hatten am Ende einen ganz schön dicken Stapel an Schriftrollen die mir noch mal ganz schöne Punkte in der Schlusswertung brachten. Am Schluss hatte mir dann doch gar nicht mehr so viel für den ersten Platz gefehlt, aber gereicht hat es leider nicht.

Zum Schluss wollten wir noch was Spielen und entschieden uns nach langen schweren Entscheidungen für Noria. Wieder einmal war ich der einzige der das Spiel schon kannte und ich machte meine gewohnten Züge und die anderen versuchten es mir nach zu machen. Das Spiel ging ganz schön auf Monopolstellungen. Ich ergatterte die ganzen Lampen und Energieschiffe, bekam aber dafür keine Obsidanschiffe ab, die auch für die Lampenproduktion gut gebrauchen könnte. Leider konnten wir das Spiel nicht zu ende spielen, weil die anderen noch vorm Schließen der Convantion zu ein paar Ständen wollten.

Am Schluss der Veranstaltung hauten dann die Fachhändler noch ihre Spiele mit guten Rabatten raus und ich machte noch ein paar Schnäppchen und mich dann so langsam auf dem Heimweg.

Was bei mir alles auf dem Tisch kam:

  • Reef (Next Move)
  • Azul (Next Move)
  • Spring Meadow (Edition Spielwiese)
  • Walls of York (Cranio)
  • Bunny Kingdom (iello)
  • Noria (Edition Spielwiese)

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